Prom und Graduation

So wie in Österreich gibt es auch in Kanada einen Abschlussball und eine Abschlusszeremonie für die Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen. Ich hatte das Glück, in Grade 12, also im letzen Jahr, registriert zu sein und durfte deshalb sowohl beim Abschlussball als auch bei der Grad Ceremony dabei sein.

Um ehrlich zu sein, die Prom war ziemlich mau, um es in österreichischer Umgangssprache auszudrücken. Es war zwar irgendwie aufregend, dabei sein zu dürfen, aber extra dafür einen neuen Anzug zu kaufen war es definitiv nicht wert. Das Prom-Programm oder kurz auch Promgramm (© Noah Dobrovits) fing bereits um ein Uhr nachmittags an. Zuerst wurde gegessen, dann fuhren wir nach Lunenburg um Fotos zu machen, dann wieder nach Hause, dann zur Schule, wo alle noch einmal Fotos machten, und schließlich setzte sich ein endlos langer Autozug in Bewegung Richtung Best Western – Das Hotel, wo die Prom stattfand. Trotz Deko war das Ambiente vergleichbar mit der Mehrzweckhalle Wulkaprodersdorf. Es wurde zwar viel getanzt und auch die Musik war eigentlich ziemlich gut, aber im Großen und Ganzen war es trotzdem nicht so aufregend. Aber immerhin mussten wir die Karte nicht bezahlen, also kann man schon mal hingehen, nicht wahr?

Ich möchte nur kurz anmerken, dass ich diesen Text gerade zum zweiten Mal schreibe, da sich WordPress spontan dazu entschieden hat, nicht mehr zu funktionieren. Ich kann nicht versprechen, dass die Qualität so gut ist wie beim ersten Mal, aber werde natürlich mein bestes geben…

Die Abschluss-Zeremonie hingegen war meiner Meinung nach wirklich aufregend. Um sechs trafen alle 300 Grad-Schüler*innen (Gendern hat Ehre 😎) mit ihren Familien beim LCLC (Lunenburg County Lifestyle Centre) ein. Während die knapp 2000 Angehörigen auf der Tribüne Platz nahmen, stellten sich die Schüler rund um die Eisfläche, die Mitte Juni jedoch nur eine Betonfläche war, alphabetisch auf. Als alle Schüler auf dem richtigen Platz standen, ging die Zeremonie endlich los und wir marschierten zu dem typisch nordamerikanischen Graduation Song ein und nahmen vor der Bühne Platz. Es dauerte ein Zeitchen, bis alle Schüler saßen, und der erste Teil der Zeremonie – der Reden-Part – anfing. Zugegeben, nur einige wenige Reden waren halbwegs spannend, der Großteil war ganzwegs unspannend, aber solche Förmlichkeiten gehören eben dazu. Als alle Reden geredet waren, folgte der Hauptakt der Zeremonie – die Diplomverleihung. Jeder Schüler betrat einzeln die Bühne, schüttelte dem Direktor die Hand, bekam sein Diplom überreicht, bewegte die Kordel am Hut von der rechten auf die linke Seite, machte ein Foto und verließ die Bühne wieder. Auch dieser Teil war bei 300 Schülern ein wenig langwierig, aber trotzdem war es schön, die stolzen Gesichter der Schülerinnen und Schüler zu sehen.

Die Atmosphäre in der Arena war wirklich überwältigend. Man konnte förmlich den Stolz der Angehörigen spüren, und auch dieser Schulgeist, dieser Zusammenhalt untereinander, hat mich wirklich sprachlos gemacht. Für mich war die Graduation Ceremony eines der aufregendsten Erlebnisse und ein wirklich schönes Ende meines Aufenthaltes.

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