Peggy’s Cove und Shopping in Halifax

ENDLICH!! NACH VIER MONATEN!! MEINE ERSTE LEUCHTTURM-SICHTUNG!! Endlich macht mein Blog Sinn. Ich möchte diesen besonderen Augenblick nutzen, um meine Website offiziell einzuweihen. Es gibt jetzt verschieden Möglichkeiten, diesen Moment zu zelebrieren. Wir könnten eine Flasche Champagner auf meinem Laptop zerschlagen, aber das wäre nicht unbedingt die beste Idee. Wir könnten auch auf ein Glas steigen und Maseltow schreien, jedoch glaube ich, dass meine Gastfamilie nicht so begeistert wäre, wenn ich eines ihrer Gläser zertrümmere. Ich dachte mir, dass die klassische Methode vermutlich die beste in diesem Falle ist und habe daher eine kurze Rede vorbereitet.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Online-Community!

„Significantus emporium praebet scandalum“. – „Erst die Schrift, gibt dem Blogge Sinn.“ Oder, wenn man es auf Google Translate wieder zurückübersetzt: „Das Magazin bietet einen bedeutenden Hemmschuh.“ Dieses Zitat stammt von dem römischen Kaiser und Feldherr Julius Caesar. Natürlich hatte das Wort Blog in der Antike eine völlig andere Bedeutung, als wir sie heute kennen. Ein Blog war kein digitales Journal, in dem Blogger ihre Gedanken niederschreiben können. Als Blog wurde ein gebundener Stapel Blätter bezeichnet – ein Objekt das uns heutzutage als Block bekannt ist. Aber ich schweife ab…Jahrhunderte verstreichen und wir schreiben das Jahr 1946 – das Jahr, in dem der erste Computer entwickelt wird. Dieser historische Meilenstein verändert unser Leben von Grund auf. Mensch und Computer führen von nun an ein symbiotisches Zusammenleben. Der Mensch nutzt den Computer, um sein Leben einfacher zu machen (noch! Bis die Computer intelligent genug sind und die Menschheit versklaven…) und füttert den Computer im Gegenzug mit Information und Strom.

Strom. Ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Eine physikalische Erscheinung der Elektrizitätslehre, oder aber auch ein großer breiter Fluss. Ein Fluss mit Wasser. Auch der Ozean besteht aus Wasser. Auf dem Ozean fahren Schiffe. Schiffskapitäne benötigen ein Signal an der Küste, um nicht mit anderen Schiffen zu kollidieren oder auf Sand zu laufen. Vielleicht eine Art Taschenlampe oder ein Scheinwerfer oder…vielleicht ein…LEUCHTTURM!!!

„It was raining cats and dogs“, würde der Engländer sagen, um den meteorologischen Zustand vom 24. Mai 2019 zu beschreiben. Es war windig, regnerisch und kalt, aber kein Grund für uns Seebären, um sich zu Hause zu verkriechen. Um 9:30 strömten die Internationals des PVEC in den Bus, bis das Innere dem eines Clowns-Autos glich. Auch mein außergewöhnlich großartiger Gastbruder, der meinen ganzen Tag besser gemacht hat, war dabei (Nein, nicht doch…Er hat mich nicht dazu aufgefordert, das zu schreiben…).

Nachdem alle einen mehr oder weniger bequemen Platz gefunden und sich angeschnallt hatten (haha, kleiner Spaß, es gibt keine Gurte in kanadischen Schulbussen, die sind für Loser) ging die Fahrt nach Peggy’s Cove los. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir Nova Scotias berühmteste und meist besuchte Sehenswürdigkeit: einen Leuchtturm mitten im Nirgendwo…ein wenig traurig, wenn man darüber nachdenkt, aber egal. Meine Aufregung war groß, da dies meine erste Sichtung eines wilden Exemplars der Gattung Novus Scotius Luminus Turminus sein würde.

Leider kamen wir jedoch nicht wirklich in den Genuss, das maritime Ambiente dieses besonderen Ortes genießen zu können. Alle 100 Schüler mussten in einer Gänsereihe dem Weg zum Leuchtturm folgen. Es war uns nicht gestattet, diesen Weg zu verlassen, da wir sonst auf den nassen Steinen ausrutschen, ins Meer fallen, von der Strömung hinausgetrieben, dann wieder ans Ufer zurückgeschwemmt, wieder und wieder an die Steine geschlagen, und schließlich einen langsamen und qualvollen Tod erleiden würden. (Dieses Szenario habe nicht ich erfunden. Diese Warnung war Teil eines kurzen Briefings, das wir bekamen, bevor wir den Bus verließen. Es war aber bloß ein Leuchtturm. Wir waren nicht bungee-skydive-Alligator-wrestlen…es war nur ein Leuchtturm.) Nach ungefähr 20 Minuten und ein paar Schnappschüssen hatten wir noch die Möglichkeit im Souvenirshop von Peggy’s Cove ein paar „Schnäppchen“ zu ergattern. Diese Chance habe ich natürlich nicht genutzt, da ich vom Einkaufen genauso abgeneigt bin wie Motten vom Licht…

Als alle Andenken verpackt und eingetütet waren, ging es weiter zur Mall. Ich möchte auf die Zeit im Shopping Centre nicht genauer eingehen, da sie eine sehr dunkle Phase meines Aufenthaltes war, die kontostandstechnisch ein wenig ausgeartet ist…Ich bitte um euer Verständnis.

Wie durch Magie waren die drei Stunden im Einkaufszentrum vorüber und ich fand mich plötzlich im Bus Richtung Bridgewater wieder. Trotz Platzmangel, war es eine entspannte und lustige Fahrt und die eineinhalb Stunden waren schnell vorbei. Nachdem wir wieder in Bridgewater angekommen waren, gönnten wir uns noch einen kleinen Snack bei Boston Pizza – ein Etablissement, dass den Namen einer amerikanischen Großstadt trägt, das jedoch, trotz seines trügerischen Namens, nicht nur Pizza serviert.

Mit vollen Einkaufstüten und Mägen machten wir uns auf den Heimweg und nur wenige Augenblicke später lag ich bereits in meinem Bett, schloss meine Augen und machte voll das Heidipu.

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