Verirrt im Wald

Jetzt wo die Sache schon verjährt…okay vielleicht nicht verjährt, aber zumindest vermonatet…ist, kann ich ja damit rausrücken …

Ich ahnte nicht im Geringsten, dass aus diesem schönen Wald solch ein Ort des Grauens werden könnte…

Tag drei in Kanada und ich war motiviert, meine neue Umgebung zu erforschen. Voller Elan wie einer der Sieben Zwerge marschierte ich in den Wald hinein – nicht ahnend, dass ich für längere Zeit dort sein würde. Anfangs lief alles noch gut und ich spazierte beziehungsweise rutschte am eisigen Weg durch den Wald. Doch dann! Dann stand ich auf einmal vor einer Weggabelung . Ich musste eine Entscheidung fällen – Nehme ich den linken langweiligen geraden Pfad oder den rechten Pfad, der tiefer in den unberührten Wald hineinführt und mehr nach Spaß aussieht. Wie vielleicht zu erwarten war, bog ich rechts ab, nur das Problem war folgendes: Ich stand vorhin gar nicht vor einer Weggabelung und ich befand mich auch nicht auf einem Pfad. Der eigentliche Weg wäre nach links gegangen, der rechte „Pfad“ waren eigentlich nur niedrige Büsche, die aber aufgrund des Schnees und Eises sehr pfadig gewirkt haben. Über diese Tatsache war ich mir in diesem Moment natürlich noch nicht bewusst, und so ging ich immer tiefer in den Wald hinein. Die niedrigen Büsche wurden nach und nach zu Sträuchern und irgendwann dann zu Bäumen und somit hatte sich mein Weg in Luft aufgelöst.

Da stand ich nun. Ohne Empfang, ohne Internet, ohne Karte und alleine. Ich versuchte einen kühlen Kopf zu bewahren und wendete mein Wissen an, das ich von Bear Grylls auf DMAX gelernt habe: Ich grub eine Grube mit meinen bloßen Händen und baute eine dachähnliche Konstruktion aus Ästen und Gräsern. Die Grube dämmte ich mit Blättern ab, die mich in der Nacht warm halten würden. Nachdem ich meinen Unterschlupf fertiggestellt hatte, musste ich mich um Nahrung kümmern. Ich baute mir einen Bogen aus einem jungen Zweig und einer Sehne, die ich aus meinen eigenen Haaren geflochten hatte. Dann schnitzte ich mir noch ein paar Pfeile und blies in mein virtuelles Jagdhorn – die Jagd konnte beginnen…
Die Pfeile flogen wie ein Schwarm Hornissen durch den Wald und wenige Augenblicke später kehrte ich mit zwei Rehen, acht Hasen und einem Luchs zu meiner Grube zurück. Mit einem selbst geschnitzten Messer trennte ich die Haut vom Fleisch und fing an, die essbaren Teile aus dem Tier auszulösen. Danach nähte ich die Tierfelle mit einer selbst geschnitzten Nadel und einem Faden aus Luchshaar zusammen und hatte eine Decke für die Nacht.

War das glaubwürdig? Habt ihr mir das abgekauft? Hm? Tja, es war aber nicht so! Darum immer aufpassen: Im Internet kann jeder alles veröffentlichen. Es ist wichtig, die Seriosität der Quelle zu überprüfen und Informationen kritisch zu hinterfragen!

Auf alle Fälle stand ich nun da. Mitten im Wald, ganz alleine und ohne Pfad. Ich wusste, dass links von mir irgendwann eine Straße sein müsste, also stapfte ich durch die Sträucher in diese Richtung. Um diese Horrorfilm-artigen Szenen noch spannender zu machen, erreichte ich irgendwann einen Hintergarten. Aber es war kein normaler Garten mit Blumen und einem Gemüsebeet, nein viel besser! Ein Hintergarten mit einem alten rostigen Schulbus und verschiedenen anderen verrosteten Autos und Metallteilen. In mitten von diesem Feld aus Schrott stand ein Wohnwagen, der mit einer Tarnmuster-Folie verkleidet war. Bevor ich dort anklopfe und nach dem Weg frage, schleich‘ ich mich hundert Mal lieber wieder in den Wald zurück! – Was ich dann auch gemacht habe. Glücklicherweise erreichte ich nach diesem kleinen Abenteuer relativ bald die Straße und wenige Augenblicke später schließlich auch das Haus meiner Gastfamilie.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mike74 sagt:

    Du musst dir unbedingt den Horrorfilm „Wrong Turn“ ansehen, dann gehst nie wieder in den Wald…. Bei der Geschichte ist uns der Film eingefallen.

    Gefällt 1 Person

    1. Noah Dobrovits sagt:

      Wird heruntergeladen 😄

      Liken

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