Ein typischer Tag – Protokoll

06:50 Uhr Die Band Passenger ertönt aus meinem Handy-Lautsprecher und ich wache zu den sanften Klängen von Anywhere auf.

06:57 Uhr Ich merke, dass ich noch einmal eingeschlafen bin und stehe schließlich auf, um ins Bad zu gehen.

07:00 Uhr Nach einer mühevollen, kräftezehrenden Wanderung in das vier Meter entfernte Bad, mache ich mich frisch für den Tag.

07:20 Uhr Frisch gewaschen, frisiert und angezogen schließe ich die Badezimmertür auf, gehe in mein Zimmer, schaue das Durcheinander darin an und denke mir „Ach, das mach ich wann anders“. Dann schnappe ich meinen Rucksack und meine Jacke und drehe das Licht ab.

07:23 Uhr Ich werfe meine Sachen auf einen Sessel im Esszimmer und bereite mein Frühstück vor. Üblicherweise Superfood wie „Froot Loops“ oder andere nährstoffreiche Cerealien.

07:25 Uhr Die „Froot Loops“ gehen weg wie warme Semmeln mit Butter, was ironisch ist, weil eine warme Semmel mit Butter wäre mir viel lieber, aber hier gibt’s keine Semmeln…

07:40 Uhr Ich stelle die Schüssel in die Abwasch und gehe wieder in mein Zimmer, um mich zu beduften. Dabei wechsle ich mich täglich zwischen „Free“ von Calvin Klein und „1 Million“ von Paco Rabanne ab.

07:50 Uhr Ich habe keine Ahnung wie die 10 Minuten so schnell vergangen sind und bin verwirrt. Ich beeile mich in die Garage um meine Schuhe anzuziehen.

07:57 Uhr Wir wagen den Abstieg zum Beginn der Einfahrt, wo der Schulbus stehen bleibt. (ziemlich cool, wenn man direkt vor dem Haus abgeholt wird, oder? 😎)

08:00 Uhr Der Bus kommt und die tägliche Odyssee zur Schule beginnt.

08:15 Uhr Nach 15 Minuten Fahrt erreichen wir die „Newcombville Primary School“ (Volkschule von Newcombville). Dort müssen wir aus dem schön geheizten Bus mit einem tollen Radio raus und sind gezwungen zu Tom zu wechseln. Tom muss eine echt tolle Winterjacke haben, denn die gefühlten -15 °C in seinem Bus scheinen ihn nicht zu stören. Auch die fehlende Musik macht ihm nichts aus…ein komischer Kauz dieser Tom…

09:25 Uhr Eineinhalb Stunden Fahrt. EINEINHALB STUNDEN!!!!! Und das jeden Tag! Schrecklich…aber okay…auf alle Fälle hält der Bus endlich vor der Schule und wir steigen aus. Ich habe jeden Tag aufs Neue Angst, dass meine Zehen wegen der Kälte im Bus abgestorben sind, was aber zum Glück noch nicht der Fall war.

09:30 Uhr Die Schulglocke läutet und der Schultag am PVEC (Parkview Education Centre) beginnt.

15:33 Uhr Die Schulglocke läutet erneut – das letzte Mal für diesen Tag. Massen an Schülern strömen in Richtung Ausgang, als würden sie von einem Schwarzen Loch angesogen werden, dass vor der Schule alles und jeden verschlingt. Vor der Schule warten ungefähr 30 völlig identische Schulbusse, die aber alle in völlig verschiedene Richtungen fahren. (dauert immer eine geraume Zeit, bis man den Bus mit der richtigen Nummer gefunden hat)

Wie ein Bienenschwarm

15:37 Uhr Erleichtert darüber, dass ich doch noch den richtigen Bus gefunden habe, bevor die gelben Gefährte wie emsige Bienen die Auffahrt zur Schule verlassen, lasse   ich mich auf den Sitz fallen.
Je nach Wochentag, sieht mein Nachmittags-Terminplan verschieden aus, aber gehen wir einmal davon aus, dass Gabriel und ich den Bus nach Hause nehmen würden…

Am Fuße der Einfahrt…

16:10 Uhr Der Bus hält an der Stelle, an der er uns in der Früh auch einsteigen lassen hat und wir stapfen die Einfahrt hinauf zum Haus. Die Schuhe bleiben auf dem kalten, kalten Garagenboden zurück…arme Schuhe…und wir gehen ins Haus. Dort wartet normalerweise Mike schon auf uns, der mit gelassener Stimme fragt: „How was your day?“ – meine Antwort: „Good.“ Nach diesem ausführlichen Austausch von Neuigkeiten gehe ich in mein Zimmer und entspanne bis zum Abendessen.

18:30 Uhr „Boys! Supper! Wash up!” (Wörtlich: „Jungs! Abendessen! Aufwaschen!“, sinngemäß:„Jungs! Abendessen! Hände waschen!“ – hat mich die ersten Tage gewundert, warum wir jeden Tag vor dem Abendessen aufwaschen sollten), ertönt es aus der Küche. Wir waschen unsere Hände und setzen uns zum Tisch, wo unsere Teller bereits auf uns warten. Wir leeren unsere Teller, ohne viele Worte zu wechseln – sozusagen ein „Silent Supper“

18:50 Uhr Gabriel und ich stellen unsere Teller zur Abwasch und gehen zurück in unsere Zimmer. Je nach Lust und Laune spielen wir noch Karten, Brettspiele, Nintendo Switch oder schauen einen Film – oder wir verbringen den Abend getrennt in unseren Zimmern.

21:00 Uhr  Sowie am Morgen muss ich mich lange dazu motivieren, bis ich endlich aufstehe und ins Bad gehe. Schnell Zähne putzen, Pyjama anziehen und dann ab ins Bett, wo ich noch diverse Übungen mache, um meine kognitiven Kompetenzen zu erweitern (Netflix schauen, Handy spielen, etc.)

Matchington Mansion – ein tolles Spiel!

21:50 Uhr Die Elektrogeräte werden weggeben und angesteckt, damit sie am nächsten Tag wieder einsatzbereit sind. Ich drehe mich um und schließe die Augen.

22:00 Uhr Ich spüre wie ich der Realität langsam entfliehe und in ein Stadium tiefen Schlafes falle. Wie bei einer Reise in ein Paralleluniversum, eröffnet sich mir plötzlich eine völlig neue Welt – das Traumland. Dort verbringe ich die nächsten Stunden, bis um 6:50 Uhr die Band Passenger aus meinem Handylautsprecher ertönt und ich zu den sanften Klängen von Anywhere aufwache…

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Sabine sagt:

    Köstlich 🙂

    Gefällt 1 Person

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