Snowboarden am Mount Martock

Was hier als „Mount“ bezeichnet wird, würde in Österreich keinesfalls als Berg durchgehen…okay, im Burgenland vielleicht schon. Aber „Hill“ Martock war dennoch der perfekte Ort, um ein bisschen das Board zu cruisen, wie man im Snowboard-Jargon sagt, den ich ja beherrsche, jetzt wo ich Snowboarder bin.

Der Ausflug begann damit, dass alle Internationals in einen Schulbus gequetscht wurden, der eigentlich nur für halb so viele Schüler Platz bot (wie in einem Clownsauto 🙂 ). Nach der eineinhalbstündigen Fahrt hatten wir Mount Martock erreicht und gingen zum Ski-Verleih, um unser Equiptment zu holen. Nachdem alle (ungefähr) 100 Schüler – davon einige mit durchwachsenen Englischkenntnissen – vermittelt hatten, weshalb sie hier sind, ging es hinaus in die Kälte.

Mitsamt meinen anderen Snowboard-Neulings-Kollgegen bekam ich eine kurze Einschulung über die Grundlagen des Snowboardens. Danach wurde es extrem oder, um es cooler zu sagen, x-treme. Gleich zu Beginn unseres Kurses wurden wir vor eine gewaltige Herausforderung gestellt. Eine Piste, die bis jetzt nur die besten gemeistert haben. Eine Piste, die schon viele Opfer gefordert hat. Eine Piste, die als eine der gefährlichsten Ski-Pisten der Welt gilt. Eine Piste, die den Namen „Bunny Hill“ trägt. (*dramatische Musik; im Hintergrund sind Donner und Blitz zu hören*)


„Bunny Hill“ – zu deutsch „Kaninchen-Hügel“ – war mit einem Gefälle von ungefähr 2° und einer Länge von ungefähr 20 Metern wirklich nicht ohne. Bereits am Fuße der Piste konnte man die verzweifelten Schreie der Kinder, das Brechen von Knochen und das Heulen von Sirenen hören.

Na gut…ich muss etwas gestehen…ich habe vielleicht ein bisschen übertrieben…Sirenen waren keine zu hören…Es tut mir leid 😦

Jedenfalls – Nach ein paar Übungsdurchgängen auf dem „Bunny Hill“, die die meisten mehr oder weniger gut gemeistert haben, durften wir auch auf eine wirkliche Piste – zumindest manche von uns. Wie einst auch Herkules mussten wir (zwar nicht 12, aber) eine Aufgabe meistern, um uns als würdig für die Piste zu erweisen. Diese Aufgabe – auch bekannt als T-Lift – forderte viele Opfer. Nacheinander, wie Dominosteine, fielen massenweise Leute in alle Richtungen um. So blieben nur vier von acht – Gabriel, Camila, das Mädchen mit der Maske (sie trug eine Skimaske und keiner wusste wer sie war) und ich – über, die dieser Aufgabe gerecht wurden und das Ziel erreichten

Und dann war der große Moment gekommen! Mein Snowboard setzte sich in Bewegung, ich spürte das Adrenalin durch meinen gesamten Körper strömen, ich hörte den Fahrtwind an meinen Ohren vorbeiwehen und ich spürte die Schnee-Brocken, die alle in mein Gesicht flogen, weil ich keine Brille trug.
Mit einer Spitzengeschwindigkeit von mindestens 5 km/h fuhr…nein besser…schwebte ich den Berg hinunter. Niemand konnte mich aufhalten – Ich war frei! Frei wie ein Adler, dessen Schwingen von Mutter Naturs Atem, dem Wind, getragen werden! Frei wie ein Schneeglöckchen, das die kalte und frostige Schneedecke durchbricht und die Strahlen der Wintersonne verspürt! Frei wie ein- Okay, ich glaube es ist rübergekommen wie frei ich war…

Nach bloß zwei X-treme-Downhill-Snowboard-Fahrten, mussten wir unsere Ausrüstung leider auch schon wieder zurückgeben, da der Bus schon auf uns wartete. Schweren Herzens blickte ich noch ein letztes Mal auf die schneebedeckten Hügel. Ich wendete meinen Blick ab, stieg die Stufen im Bus hinauf und fand meinen Platz. Ich lehnte mich gegen das Fenster, bis ich meinem Bedürfnis nach Schlaf nicht mehr wiederstehen konnte. Ich schloss die Augen, und es wurde schwarz um mich…

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mike74 sagt:

    Ich hoffe, dass die X-treme Downhill Gopro Videos nicht zu furchteinflössend werden… 😬

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    1. Noah Dobrovits sagt:

      Ich bin mit nicht einmal sicher, ob ich die überhaupt veröffentlichen darf, ohne sie zu zensieren 😳😂

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  2. Mike74 sagt:

    Blendest ein FSK 16 Logo vorher ein, dann wird’s schon gehen.

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  3. T. H. :) sagt:

    Coole story!! Schreibst echt interessante Geschichten, die man zu Ende lesen möchte!!

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    1. Noah Dobrovits sagt:

      Vielen Dank! 🙂

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