Die Ankunft

Wulkaprodersdorf. 30. Jänner. 5:15 Uhr. Der Wecker läutet. Geschlafen habe ich nicht besonders viel, aber ich darf mich nicht beschweren – Selbst schuld, wenn man erst am Vortag den Koffer packt und das bis kurz vor Mitternacht. Müde, verwirrt und traurig über meine baldige Abreise stieg ich ins Auto und die Fahrt Richtung Flughafen ging los. Die Fahrt war – ebenso wie der Abschied am Flughafen – sehr emotional und ziemlich schwer für alle Beteiligten. Doch jetzt gab es kein Zurück mehr. Koffer abgeben – Check. Handgepäck einchecken, das angeblich mit 10,3 statt 8 Kilo zu schwer sei – Check. Ein äußerst ausgeklügelter Plan für eine schwierige Mission.
Nun standen wir da, und standen…standen weiter, und dann noch ein bisschen, weil irgendjemand nicht in der Lage war, zur ausgemachten Zeit am ausgemachten Treffpunkt zu sein… (Danke Tora.) Doch wir hatten ja genug Zeit. Sogar eine Hafer-Smoothie-Bowl ging sich noch aus. Dann ging es weiter zum Gate und hoch in die Lüfte. HUIIIIIIIIIII!

Einen endlos langen Flug, drei Filme, ein Rätselheft, ein Nickerchen und ein paar (echt leckere) Snacks später, landeten wir sicher und sanft in Toronto.
Dort hatte sich die angebliche kanadische Freundlichkeit anscheindend noch nicht herumgesprochen, denn die Beamten vorort hätten definitiv eine Fortbildung über richtigen Kundenumgang vertragen. Unsere zwölf-köpfige Reisegruppe bewegte sich fischschwarmartig durch die Gänge des Flughafens bis zum Gate, von wo unser Anschlussflugzeug nach Halifax schon auf uns wartete.

Ich hatte noch nie so viel Angst in einem Flieger. Ich hatte wirklich Angst, dass diese Maschine uns nicht zu unserem Ziel bringen konnte. Nichts gegen AirCanada, aber die sollten echt mal ihre Flugzeuge tauschen:

  • Der Flieger hatte einen netten Beige-Stich, der vermutlich genauso entstanden ist, wie bei den ehemals weißen Wänden, die jetzt in einem schönen Lulu-Gelb schimmern.
  • Der Fußraum betrug ungefähr -12 cm.
  • (Was ich persönlich echt witzig finde) Die Maschine hatte zwar auf jedem Platz ein Board-Entertainment-System mit einer großen Auswahl an Filmen, aber keinen Kopfhöreranschluss. Wer auch immer das gemacht hat, Great Job!

Glücklicherweise habe ich den Großteil vom Flug verschlafen, sonst wäre diese Liste noch wesentlich länger.

In Halifax (zu meiner Überraschung äußerst sanft und ohne einen Flügel zu verlieren) gelandet, wartete schon mein vorübergehender Gastvater Dan auf mich. Der Empfang war äußerst herzlich – Hier hatte man die kanadische Höflichkeit wahrgenommen. Wir saßen noch eine Stunde am Flughafen und warteten auf meinen Gastbruder Gabriel, der aus Brasilien anreiste.
Als der dann auch gelandet war, ging die einenhalbstündige Fahrt Richtung Bakers Settlement los. Ich verschlief das meiste der Fahrt und fiel dann auch bei meiner Übergangsfamilie nach einem kurzen Chat mit meiner Gastmutter und einer Begrüßung von Marty und Olly direkt ins Bett. Hier würde ich die ersten Tage schlafen, bis meine eigentliche Gastfamilie aus ihrem Urlaub zurückkommt.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. RW sagt:

    Sehr nett beschrieben. Danke😊

    Gefällt 1 Person

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